Dienstag, 9. Juni 2009

Physiotherapie: Jetzt geht´s los

Heute hat meine ambulante Physiotherapie für die Nachbehandlung der Kreuzbandoperation begonnen. Bei der Schwellstromtherapie wurde mir Strom in den Oberschenkelmuskel geleitet um den Muskel zu kontraktieren. Da habe ich das erste Mal gemerkt, wie klein der Muskel bereits ist.

Danach hatte ich Unterwassertherapie. Anfangs ging es gar nicht gut. Zum Aufwärmen sollten wir unter Wasser Radfahrbewegungen machen. Das klappte überhaupt nicht gut. Ich fühlte mich unsicher und konnte das Knie kaum beugen. Es wurde aber immer besser.

Im Wasserbecken habe ich dann Gehübungen gemacht (normales Gehen, Gehen auf den Zehenspitzen, Gehen auf den Fersen etc.). Mein Knie kam immer besser in Fahrt. Die Radfahrbewegungen wurden auch besser. Dann musste ich, um die Beugung des Gelenks noch weiter zu forcieren, das operierte Bein auf eine Stufe stellen und mich nach vorne lehnen und das Bein dadurch beugen.

Nach der Wassertherapie hatte ich ein angenehmes Gefühl, ich habe das betroffene Bein auch beim Gehen dann schon mehr belastet.

Bei der dritten und letzten Therapieform (Einzeltherapie) für den heutigen Tag ging ich mit meiner Physiotherapeutin mein Heimprogramm durch. Wir fügten folgende Übungen hinzu:

Extensionsboard: Im Langsitz, Ferse hochgelagert, Oberschenkelmuskel anspannen, Kniescheibe hochziehen und Knie strecken
Stiffed leg calf raises: mit gestreckten Beinen auf eine Stufe, Ferse hängt leicht über, auf die Zehenspitzen hochdrücken und langsam wieder herunter lassen
Stiffed leg Good mornings: Stand, beide Knie gestreckt, Lendenwirbelsäule im leichten Hohlkreuz stabilisiert, aufrechten Oberkörper vorneigen und wieder aufrichten
Wallslides: In Rückenlage, betroffenes Bein auf Mauer und mit Fußsohle hoch und tief rutschen
Squat 30°: Aufrechter Stand, von erhöhten Sitz aufstehen und wieder niedersetzen

Außerdem soll ich die Kniescheibe in alle Richtungen bis zur Schmerzgrenze mobilisieren und auch versuchen, das Narbengewebe zu mobilisieren, denn im Moment ist die Haut im Operationsgebiet sehr verklebt und das soll sich lösen. Die Verklebungen lösen sich mit der Zeit, ich habe heute den Tipp bekommen, dass ich da mit Johanniskrautöl etwas nachhelfen kann.

Wir haben auch an meinem Gangbild gearbeitet, ich soll nur noch im Vierpunktgang gehen (soweit das möglich ist). Sobald mein Gangbild passt, kann ich die Belastung noch weiter steigern und vielleicht kann ich Ende der Woche schon ohne Krücken gehen.

Morgen habe ich dann die nächsten Physiotherapietermine (Strom- und Unterwassertherapie).

Montag, 8. Juni 2009

Duschen

Was für andere völlig normal klingt, war mich heute ein großer Segen: Nämlich Regen... aus dem Duschkopf. Vor genau zwei Wochen bin ich das letzte Mal unter der Dusche gestanden und heute eben das erste Mal wieder.

Ewig lang habe ich geduscht, einfach aus Genuss. Es fühlte sich gut an. Die Zeit des Waschlappens ist vorbei, möge das Zeitalter des Duschens beginnen... *gg*

Das OK fürs Duschen habe ich heute übrigens von meinem Arzt bekommen. Er riet mir auch zu einer speziellen Art Wundverband. Es ist ein wasserfestes Pflaster namens "OpSite". So sieht das aus:



Den Wundverband werde ich für die Unterwassertherapie, die ich morgen habe, auch noch auf der Wunde belassen. Kann sicher nicht schaden...

Nahtentfernung

Mein Arzt, der mich vor zwei Wochen operierte, hat mir heute die Fäden entfernt. Die Wunden sehen sehr gut aus, die Haut ist schon wieder sehr gut zusammengewachsen. Mein Knie sei in einem guten Zustand, im Gelenk direkt sei keine Schwellung, meinte mein Arzt. Die nächste Kontrolle habe ich am 22. Juni 09, also in zwei Wochen, da sollte ich mein Knie dann schon 90° beugen können...

Für die erste Unterwassertherapie, die morgen stattfindet, gab er mir grünes Licht. Die Wunde nässt nicht mehr und somit steht Duschen und Wassertherapie nichts mehr im Weg.

Lovenox 40mg soll ich mindestens noch die nächsten zwei Wochen spritzen, dafür gab er mir auch gleich ein Rezept mit.

Vom Krankenhaus bin ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause gefahren, trotzdem musste ich ungefähr ein Kilometer zu Fuß zurücklegen. Dementsprechend anstrengend war es für meine Arme. Aber ich fühlte mich sehr gut und habe deswegen auch gewagt ein Stück des Weges im Vierpunktgang zu gehen und es ist hervorragend gegangen. Ich bin also zuversichtlich, dass ich meine Krücken schon bald in die Ecke stellen kann...